Pressemitteilung – Konferenz der Sportbünde in Niedersachsen

„Wir befinden uns inmitten einer Sport- und Bewegungspandemie“

Die Sprecher der Konferenz der Sportbünde in Niedersachsen melden sich zu Wort

Seit mehr als einem Jahr ist der Breiten- und Amateursport quasi zum Zuschauen verdammt. Wettbewerbe und Meisterschaften finden nicht statt, werden verkürzt, auf unbestimmte Zeit verlegt oder abgebrochen, selbst Trainingseinheiten und Lehrübungen sind auf ein absolutes Minimum reduziert.

Dass es so nicht weitergehen kann und bei den politischen Entscheidungsträgern ein Umdenken im Umgang mit dem Corona-Virus stattfinden muss, machten jetzt die Sprecher der Konferenz der Sportbünde im LSB Niedersachsen deutlich. Für die 47 Sportorganisationen bilden Michael Koop (Lingen), Ulf Meldau (Hannover), Jörn Leiding (Rotenburg) und Jürgen Nitsche (Helmstedt) den sogenannten Sprecherrat.

„Das, was wir heute bereits feststellen können, ist ein großer körperlicher und auch psychischer Lockdown gerade bei den Jüngsten. Durch die fehlende Möglichkeit, sich im Sportverein auszutoben, soziale Kontakte zu vertiefen und dort wichtige gesellschaftliche Werte vermittelt zu bekommen, befinden sich viele Kinder und Jugendliche heute schon in einem Ausnahmezustand. Wir sind inmitten einer Bewegungspandemie, an deren Ende in zehn Jahren junge Erwachsene mit einem ausgeprägten Krankheitsbild stehen könnten,“ zeichnet die Sprechergruppe ein düsteres Bild.

Gefordert wird daher von der Politik hier ein schneller Paradigmenwechsel. „Sport im Freien muss wieder möglich sein, ohne gleich in Hysterie zu verfallen“. Zugleich wird auf die zahlreichen und gut funktionierenden Hygienekonzepte, der Sportvereine verwiesen.

Dieses sei ja für die Vereine keine reine Beschäftigungstherapie als Antwort auf Dekrete der Ministerien gewesen, sondern sollte aus tiefer Überzeugung heraus die Breiten- und Amateursportler vor den Gefahren des Virus schützen und es gleichzeitig ermöglichen, die Aktivitäten besonders im Outdoorbereich durchführen zu können. Wissenschaftliche Studien in Europa, durchgeführt an Hunderttausenden Menschen hätten eindeutig ergeben, dass die größte Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumlichkeiten bestünde. Im Freien mache diese nur einen Wert von nicht einmal einem halben Prozent aus, betonten die vier Spitzenvertreter der Sportorganisationen vor Ort.